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Kult-Status
Bei den IDM-Fans steht das Schleizer Dreieck ganz weit vorne. Rund 40.000 Zuschauer säumten im Vorjahr den traditionsreichen Thüringer Stadtkurs. Dies hat zum einen mit der Motorsportbegeisterung dieser Region zu tun, aber auch mit der besonderen Atmosphäre und dem Kult-Status, den 'das Dreieck' bei Zuschauern und Fahrern geniest.
Ein echter Local Hero geht im YAMAHA R6-DUNLOP-CUP an den Start. Sebastian Frotscher (Motorrad Grässel/ADAC Hessen-Thüringen) ist in Schleiz-Oettersdorf zuhause und hofft vor eigenem Publikum auf ein gutes Ergebnis. Auf den Heimvorteil könnte dagegen Lucy Glöckner (Krumhermersdorf, Petzold-Mierisch-Cupteam) leicht verzichten. "Je weiter weg von zu Hause, umso lockerer bin ich", verriet die 20-jährige, nachdem sie sich vor fünf Wochen am Salzburgring mit ihrem zweiten Saisonsieg im Titelkampf zurückgemeldet hatte. Anders in heimischen Gefilden. Am Sachsenring stürzte sie in Führung liegend, wie schon im Jahr zuvor. Und in Schleiz passierte ihr 2010 dasselbe Missgeschick. Allerdings: vor zwei Jahren kletterte Lucy hier als Dritte erstmals auf ein Cup-Podest - am Wochenende sicher das Minimalziel der ehrgeizigen jungen Dame und das beste Rezept gegen ihren 'Heimfluch'.
Jesko Raffin (Zürich, ROMERO/24-7 GP) macht sich über Entfernungen keinerlei Gedanken. Auf Schleiz freut sich der Meisterschaftsleader. Der Stadtkurs zählt zu seinen Lieblingsstrecken und im Vorjahr feierte er hier als 14-jähriger Rookie mit Rang sieben sein erstes Top-Ten-Resultat. Inzwischen Stammgast auf dem Podium, hat der Sieger vom EuroSpeedway und Nürburgring auch verinnerlicht, dass man nicht immer gewinnen muss, um Meister zu werden. Salzburg liegt ihm überhaupt nicht, den siebten Platz dort bezeichnete er als Schadensbegrenzung. Mit Blick auf die Meisterschaft verzichtet der junge Schweizer am Wochenende sogar auf den ursprünglich geplanten Gaststart in der Supersport-IDM. Diese Option bietet Yamaha in Abstimmung mit dem DMSB allen Cup-Fahrern, die in der laufenden Saison mindestens 30 oder im Vorjahr 50 Punkte erreicht haben.
Fast unauffällig hat sich Alain Bonnet (Barr, Team Rubin Endurance 67) in eine aussichtsreiche Position gebracht. Der Franzose ist zweifellos der konstanteste der Titelkandidaten. Immer Top-Five und drei Mal auf dem Podest, damit liegt der 23-jährige Elsässer, der vor zwei Jahren aus der 125er-Klasse kam, in der Gesamtwertung schon auf Rang zwei. Etwas größere Schwankungen zeigt die Ergebniskurve von Patrick Vincon (Knittlingen, team romero). Mit seinem Sieg am Sachsenring unterstrich der Nordbadener sein fahrerisches Potential, doch zuletzt kostete ihn ein sechster Rang wieder Tabellenplatz zwei.
Apropos Sachsenring: Das hohe Niveau von Fahrer und Material im Yamaha-Cup dokumentiert ein indirekter Vergleich. Lucy Glöckners Bestzeit war dort nur 4,8 Sekunden langsamer als die Pole-Zeit von Marc Marquez vier Wochen später beim Grand Prix. Und weitere zwölf Cup-Fahrer lagen innerhalb der Moto2-Qualifikationszeit - mit R6-Serientechnik und Dunlop-Serienreifen!
Meisterschaftsstand nach 5 von 8 Rennen: 1. Jesko Raffin (82,5 Punkte), 2. Alain Bonnet (72), 3. Patrick Vincon 69,5), 4. Lucy Glöckner (60), 5. Danny Märtz (39), 6. Koen Zeelen (35,5)
www.yamaha-cup.de
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