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Halbe Sache

Mit seinem zweiten Saisonsieg verteidigte Jesko Raffin (ROMERO/24-7 GP) am Sonntag auf dem Nürburgring die Führung in der Meisterschaft. Der 14-jährige Züricher musste sich dabei mit der halben Punktzahl begnügen, denn im dritten Lauf zum YAMAHA R6-DUNLOP-CUP wurde nach zwei Rennabbrüchen der Stand nach der siebten Runde gewertet. "Du musst immer das Ziel haben, zu gewinnen. Lucy war zwar im Training recht deutlich vorne, aber ich hatte trotzdem ein gutes Gefühl", sagte der junge Schweizer selbstbewusst.

Seinen Start bezeichnete Raffin als den bislang schlechtesten dieser Saison. Dazu muss man aber wissen, dass er in den bisherigen Rennen stets als Führender in die erste Kurve eingebogen war. Diesmal hatte Lucy Glöckner (Krumhermersdorf, Petzold-Mierisch-Cupteam) zunächst die Nase vorn, das änderte sich allerdings schon bei der ersten Zieldurchfahrt: "Die Führung hat dann ständig zwischen uns beiden gewechselt. Zwischendurch hatte ich bei einer Überrundung ein paar Meter verloren, aber ich konnte gleich wieder aufschließen und war glücklicherweise im entscheidenden Moment der Wertung vorne", verriet Raffin.

Lucy Glöckner hatte nicht nur mit dem jungen Kollegen, sondern auch mit ihrem Motorrad zu kämpfen. "Ich fahre mit viel Krafteinsatz, dadurch hat sich wohl mein rechter Lenkerstummel nach hinten bewegt und ich musste beim Bremsen ständig umgreifen. Ich weiß nicht, ob ich so das hohe Tempo bis zum Schluss hätte mitgehen können", gestand die 20-Jährige aus dem Erzgebirge, die das Training mit einer grandiosen neuen Bestzeit dominiert hatte. "Natürlich wollte ich gewinnen, aber unter diesen Umständen bin ich auch mit dem zweiten Platz glücklich."

Wie in Oschersleben, wo er knapp geschlagen hinter Glöckner Zweiter wurde, stand der Franzose Alain Bonnet (Barr, Team Rubin Endurance 67) auf dem Treppchen, diesmal als Dritter. "Ich bin froh, dass das Rennen vorüber ist, denn ich war körperlich nicht ganz fit und fand auch das ganze Wochenende über kein perfektes Setup für das Bike. Deshalb ahnte ich, dass ich diesmal den Speed der Beiden nicht ganz mitgehen konnte und bin mit dem Podestplatz absolut zufrieden."

Sein bislang bestes Ergebnis bejubelte der 17-jährige Philippe von Gunten (Linden,  Schnock Juniors by Romero) als Vierter: "Nach dem Start war ich nur auf acht, konnte aber zügig einen Platz nach und dem anderen gutmachen. Allerdings hatte ich auch Glück, dass die Runde vor dem Abbruch gewertet wird, denn Patrick Vincon hatte mich gerade noch überholt", räumte der aus dem ADAC-Junior-Cup aufgestiegene Schweizer ehrlich ein.

Der Knittlinger Patrick Vincon (team romero) hatte im Training mit Gripproblemen zu kämpfen: "Heute Vormittag war es kühler und prompt kam ich mit den Reifen viel besser zurecht." Dafür patzte er am Start: "Ich bin bis auf Platz 15 zurückgefallen, konnte mich dann wieder gut vorkämpfen und war als die rote Flagge kam, schon auf vier. Richtig zufrieden bin ich aber nicht", berichtete der Nordbadener. Knapp dahinter kam Marc Buchner (Königswinter, MZB Bonn) ins Ziel, der zeitweise das Verfolgerfeld angeführt hatte.

Koen Zeelen (Grubbenvorst, NL 2-Racing Schüller) tauchte nach dem Start sogar Rang vier auf und behauptete sich tapfer in der Verfolgergruppe: "Das Tempo an der Spitze war aber noch etwas zu forsch für mich. Zudem hatte ich im Zweikampf einen leichten Schubs von hinten bekommen, dabei sind gleich drei Mann durchgeschlüpft. Aber der siebte Platz, quasi bei meinem Heimrennen vor vielen Freunden und Sponsoren, ist ein toller Erfolg", freute sich der 17-jährige Holländer.

Beim Saisonauftakt am EuroSpeedway zählte der vierte Rang von Danny Märtz (Motorland Mannheim Racing Team) noch zu den Überraschungen, schließlich hatte der Dudenhofener im Vorjahr nicht einmal gepunktet. Nach Platz fünf in Oschersleben sind die eigenen Ansprüche inzwischen gestiegen: "Der Start war OK, ich habe aber nicht richtig ins Rennen gefunden. Als ich in dann die Gänge kam wurde leider abgewinkt", kommentierte er seinen achten Platz.

Auch der Grünwalder Florian Müller (BBM e.V. Motopoint) zählt zu den Kandidaten, die sich zum Vorjahr erheblich gesteigert haben. Als Neunter etablierte sich der Bayer erneut im Vorderfeld: "Ich hatte anfangs noch nicht genug Zutrauen zu den Reifen, zudem ein Problem beim Bremsen. Als dann alles funktioniert hat, kam der Abbruch."

Robert Neubert (Chemnitz, Motorradtke ADAC Sachsen) hatte die Freitag-Trainings wegen einer Schulprüfung auslassen müssen. Am Samstag experimentierte der 18-jährige Azubi dann mit der Fahrwerksabstimmung. "Wir haben sogar in der Startaufstellung noch eine Änderung vorgenommen, aber es hat einfach nicht gepasst. Eigentlich hatte ich auf Regen gehofft und am Morgen sah es auch noch ganz danach aus. Aber immerhin Zehnter, letztes Jahr bin hier schon in der zweiten Runde gestürzt."

Für Marc Kreutzfeldt (Gochsheim, hmf / BK-Int. racing team) dürfte der elfte Platz nur ein schwacher Trost sein. Er blieb nach einem Sturz unmittelbar nach dem Re-Start in der Gefahrenzone liegen und sorgte damit für einen erneuten Abbruch. Glücklicherweise diagnostizierten die Ärzte im Adenauer Krankenhaus nur einen Schlüsselbeinbruch. Sein Name war bei Felix Valentin (Felix Racing - Team Tretow) Programm. Der Sturz des 16-jährigen Dänen hatte den ersten Abbruch ausgelöst. Nach einer Untersuchung im Medical Center kam die Entwarnung: nur Prellungen und drei Punkte gab's für den Glücklichen obendrein. Deren vier gingen nach Polen für den elften Rang von Patryk Kosiniak (Tarnow,  Rainbow Warriors Laaks), zwei nach Finnland an Ville Valtonen (Kotka, Motorrad Service Tretow) und den letzten ergatterte der 15-jährige Toni Riedel (Niederfrohna, Moto Meinig/PZmotorsport).

In der Gesamtwertung führt nach drei von acht Rennen Jesko Raffin mit 53,5 Punkten von Alain Bonnet (39), Lucy Glöckner (35), Patrick Vincon (34,5) und Danny Märtz (28).
Weblink:
www.yamaha-cup.de


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